NEW YORK is calling. Eine Geschichte über Freundschaft und einer Loft-Badezimmertour in NY.

19. Februar 2019 | Bad

Eine Freundschaft aus West-Berlin
Einmal im Jahr steht New York auf meinem Reiseplan. Mittlerweile nehme ich die Stadt – und speziell Brooklyn – mit vertrautem Blick wahr. Ich weiss, wo es einen guten Italiener gibt und an welcher Ecke die Vinyl-Auswahl besonders erlesen ist. Das habe ich auch Hans zu verdanken. Er lebt seit fast 30 Jahren hier – und er hat es geschafft, sich als Galerist auf einem der teuersten Pflaster der Welt einen Namen zu machen. Im West-Berlin der 1980er waren wir unzertrennlich, beste Freunde und WG-Genossen zugleich. Kreuzberg, Schöneberg und Charlottenburg waren damals unsere Abenteuerspielplätze. Verbunden damit war das Gefühl einer geistigen und künstlerischen Freiheit, die wir weder direkt hinter der Mauer noch in unseren westdeutschen Provinznestern finden konnten. Natürlich studierten wir auch, Amerikanistik und Politologie – aber nie vor Mittag. Denn die Nächte waren lang. Wir gingen regelmässig in Läden wie den Dschungel und das Risiko. Dort sassen Blixa Bargeld, manchmal auch Die Ärzte, Nick Cave und Wim Wenders vor oder hinter den Tresen. In dieser magischen Zeit und an diesen Orten feierte eine Underground-Szene, auf die unsere Kinder noch heute neidisch sind. Geld? Brauchten wir kaum. Eine billige Altbauwohnung liess sich schnell finden – ohne Heizung zwar, aber mit viel Platz zum Träumen und Ideen ausprobieren.

Die Kunstszene von New York lockt
Wir liebten die aufrührerische und manchmal auch dilettantische Musik. Aber noch mehr mochten wir die Künstler, die sogenannten „Neuen Wilden“ von West-Berlin. Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé, Bernd Köberling, Martin Kippenberger – sie alle sträubten sich mit heftigem Pinselstrich und kräftigen Farben gegen die vernormte bürgerliche Kunst des satt gewordenen Wirtschaftswunder-Deutschlands. Die Galerien dieser Künstler waren unsere Kathedralen – und irgendwie waren wir Teil dieser Bewegung. Hans noch etwas mehr als ich. Während ich nach dem Studium meinen Weg in die Werbung fand, wollte er weiterziehen. Zur selben Zeit lockte auch New York mit einer überaus lebendigen Kunstszene. „Ich will mich dort mal ein paar Wochen umsehen“, sagte Hans damals. Aus ein paar Wochen sind schliesslich mehrere Jahrzehnte geworden. Auch wenn wir uns in dieser Zeit weniger sahen als in Berlin – der Draht zwischen uns blieb immer eng. Jedes Jahr lädt er mich nach Brooklyn ein. Hans zu besuchen bedeutet vor allem: Galerie- und Atelierhopping. Sein Bekanntenkreis geht gefühlt ins Vierstellige. Und ebenso gefühlt wohnen alle seine Freunde und Künstler in einem dieser typischen New Yorker Lofts. An jeder Wand hängt teure Kunst, alle scheinen es „geschafft“ zu haben. Kohleöfen und schimmelige Wände wie in West-Berlin sucht man hier vergebens. Nur das Schwarzweiss der 1980er ist da. Zu sehen an den Wänden und bei den Möbeln.

Loft-Schick made in Germany
Als ich Hans zuletzt besucht habe, nimmt er mich wieder mit zu seinen Freunden. Dieses Mal überraschen mich besonders die Bäder. Sie sind einerseits geschmackvoll und hochwertig in Schwarzweiss eingerichtet, strahlen aber andererseits jenen minimalistischen, industriell angehauchten Loft-Schick aus, den ich an Brooklyn und Kreuzberg so sehr mag. Die Badewanne steht bei einem der Freunde frei im Raum und ist eingefasst in ein schmales, schwarz beschichtetes Stahlgestell. Passend dazu der Waschtisch. Irgendwie rough, aber auch total elegant, denke ich. „Made in Germany“, meint Hans lapidar. Meinen ungläubigen Blick kontert er nach wenigen Sekunden mit: „Glaub es mir. Bette heisst das Unternehmen. Die sitzen in Delbrück – die Künstler stehen auf diesen Loft-Style. Ich mag ja lieber die hier von Bette. Das sind funktionale Skulpturen.“ Er zeigt mir auf seinem iPhone einen Waschtisch und eine Wanne, die an den Seiten komplett mit Ornamenten verkachelt sind. Wie Monolithe wirken sie, aus einem Block geschnitten und anschliessend mit Mustern verziert. In unser Gespräch mischt sich auch der Künstler mit dem Loft-Bad ein. „Kennst du die Lux Oval Couture-Serie von Bette? Die mit den schönen runden Formen und dieser wasserabweisenden Stoff-Oberfläche?“ Hans nickt: „Ja, Aaron hat die Wanne davon bei sich, drüben in der Lower East Side. Die ist wirklich crazy – als ob du in einem Sofa badest.“

Die Bäder des New Yorker Nachtlebens
Hans unterbricht das kulturpessimistische Plädoyer und meint zu mir: „So Edgar, weil du ja scheinbar ein Faible für Bäder hast, zeige ich dir jetzt die skurrilsten Bar-Toiletten von New York.“ Wir landen schliesslich in der Acme Studios Bar, in der der Waschtisch ein dschungelartiger Altar ist – mit einer wilden Mischung aus Pflanzen, ausgestopften Vögeln und wirr dreinschauenden Büsten. In der Way Station gehe ich in einer „Police Box“ auf Toilette, früher war das wohl ein Telefonhäuschen für Notrufe. Einhundert Jahre zurück gebeamt fühle ich mich wiederum in Smith & Mills, dort befindet sich das Bad in einer 1902 gebauten Liftkabine – der Waschtisch stammt aus einem alten Zug, vielleicht aus der gleichen Zeit. Hans will mir beweisen, dass New York sehr wohl noch gute Clubs hat und so geht es zu später Stunde noch weiter in den Good Room Club. Dort spielt ein House-Underground-Held – wir fühlen uns schnell zu Hause und schwelgen in den alten Zeiten von West-Berlin. Wie das Bad im Good Room ist? Sorry, daran kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Am nächsten Abend steige ich verkatert in den Flieger. Zurück in Deutschland öffne ich im Taxi erstmal Google Maps. Wo liegt dieses Bad-Loft-Mekka Delbrück eigentlich?

www.bette.de

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